Christliche Themen

Leben ist mehr

Warum das zwischenmenschliche Klima kälter wird

Tagung des Gemeindehilfsbundes: Die Kraft der Vergebung entdecken

Bad Gandersheim (idea) – Das zwischenmenschliche Klima in der Gesellschaft wird zunehmend kälter, weil Menschen einander nicht mehr vergeben können. Das zu ändern, ist die größte Herausforderung für Kirchen und Gemeinden. Diese Ansicht vertrat der Leiter des Gemeindehilfsbundes, Pastor Joachim Cochlovius (Walsrode), auf einer Tagung der Organisation in Bad Gandersheim (Niedersachsen). In Verkündigung und Seelsorge müsse die Kraft der Vergebung stärker thematisiert werden, forderte Cochlovius vor den 210 Teilnehmern. Sie befassten sich vom 15. bis 17. März mit dem Thema „Die Kraft der Vergebung – Persönlicher und gesellschaftlicher Frieden durch den christlichen Glauben“.

Pfarrer vergibt DDR-Staatschef Honecker
Der frühere Leiter der Diakonie-Einrichtung „Hoffnungstaler Anstalten“, Pfarrer Uwe Holmer (Serrahn bei Rostock) berichtete darüber, wie er dem Ex-Staatschef der DDR, Erich Honecker (1912-1994) und seiner Frau Margot vom 30. Januar bis 3. April 1990 Obdach in seinem Haus in Lobetal bei Berlin Asyl gewährt hatte, nachdem das Ehepaar von seinen SED-Genossen verstoßen worden war. Die Familie Holmer tat dies, obwohl keines ihrer zehn Kinder Abitur in der DDR machen durfte. Er habe den Honeckers aus ganzem Herzen vergeben, sagte Holmer. Er rief dazu auf, auch denen zu verzeihen, die nicht um Vergebung bitten. Das verbessere die eigene Lebensqualität.

Afrikanerin vergibt Mördern ihrer Freunde
Die aus Ruanda stammende Afrikanerin Denise Reinhardt (Kassel) erzählte, wie sie den dortigen Völkermord 1994 überlebt hatte. Damals waren in 100 Tagen rund eine Million Tutsis von der Hutu-Mehrheit umgebracht worden. Unter den Opfern seien auch ihr damaliger Ehemann sowie viele ihrer Freunde und Bekannten gewesen. Sie habe letztlich nur weiterleben können, weil auch sie als Christin den Tätern – darunter waren auch viele Christen – vergeben habe. Die Ärztin Christa-Maria Steinberg (Limbach-Oberfrohna bei Zwickau) erläuterte, dass verletzte und missbrauchte Menschen zunächst seelsorgerliche Hilfe brauchten, bevor sie die Kraft zur Vergebung hätten. Der Kongress wird vom 22. bis 24. März in Bad Teinach-Zavelstein (Nordschwarzwald) mit anderen Referenten wiederholt. Der 1992 gegründete Gemeindehilfsbund bietet biblische Orientierung und seelsorgerlichen Beistand für Christen an, die unter dem Pluralismus in der evangelischen Kirche leiden. Er hat über 650 Mitglieder und Freunde.
(idea/19.03.2013)


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