Christliche Themen

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Ein Jahr Mursi-Herrschaft: Lage der Christen wurde noch schlechter

Menschenrechtler: Der Staat tut nichts, um Diskriminierungen zu beenden

Göttingen/Kairo (idea) – Unter der Herrschaft des seit einem Jahr amtierenden ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi hat sich die Lage der Christen weiter verschlechtert. Das beklagt die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen). „Seit Mursis Amtsantritt hat unter den Kopten die Angst vor Ausgrenzung und Übergriffen durch Islamisten weiter zugenommen. Zugleich tut der Staat nichts, um seit langem bestehende Diskriminierungen zu beenden“, erklärte der Afrikareferent der Organisation, Ulrich Delius, am 27. Juni. So gebe es noch immer keine Erleichterungen bei der Renovierung oder beim Neubau von Kirchen. Mursi habe lediglich die Errichtung einer Kirche genehmigt. Weitere 149 Anträge seien unerledigt geblieben. Außerdem nähmen Ermittlungen wegen Blasphemie zu, weil immer mehr Christen von Islamisten wegen angeblicher Gotteslästerung angezeigt würden. Delius: „Die umstrittenen Blasphemie-Paragrafen werden immer mehr zum Kampfinstrument von Islamisten bei der Ausgrenzung von Christen missbraucht.“ Für den 30. Juni sind Massenproteste gegen Staatspräsident Mursi angekündigt. Daran wollen sich laut der Gesellschaft für bedrohte Völker auch viele Christen beteiligen. Sie befürchtet schwere Ausschreitungen. Denn die Staatsführung habe bereits den Einsatz der Armee angeordnet und Islamisten hätten in den vergangenen Wochen Schlägertrupps aufgebaut. Nach Angaben des oppositionellen Bündnisses „Tamarrud“ (Rebellion) haben 15 Millionen Ägypter ihre Petition für einen Rücktritt Mursis unterzeichnet.

Open Doors: Betet für Ägypten!
Das für verfolgte Christen engagierte Hilfswerk Open Doors hat angesichts drohender Unruhen am 30. Juni zum Gebet für Ägypten aufgerufen. Ein Mitarbeiter des Werkes wird in einer Mitteilung mit den Worten zitiert: „Wir Christen treten ein in Fürbitte für den Frieden in unserem Land. Wir beten mehr noch für die Muslime als für die Christen, damit niemand von ihnen zu Schaden kommt und verloren geht. Möge der Herr alle Pläne der Zerstörung zunichtemachen.“ Im Land am Nil bilden die schätzungsweise bis zu zehn Millionen Kopten die größte Kirche. Hinzu kommen etwa 200.000 Katholiken, 40.000 Griechisch-Orthodoxe und 30.000 Protestanten. Die übrigen der rund 83 Millionen Einwohner sind Muslime.
(idea/27.06.2013)


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