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Der Westen soll mehr für Christen im Nahen Osten tun

Baptisten: Christen geraten zwischen die Fronten des Syrienkonflikts

Bratislava (idea) – Der Westen sollte sich stärker als Anwalt für die bedrängten Christen im Nahen Osten engagieren. Dazu haben Christen aus arabischen Ländern auf der Ratstagung der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) am 26. September in der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Pressburg) aufgerufen. Wie der Präsident der baptistischen Libanesischen Gesellschaft für Entwicklung und Ausbildung, Nabil Costa (Beirut), sagte, sind dazu weder Geld noch Waffen nötig. Vielmehr gelte es, durch Verhandlungen zu erreichen, dass die Christen im Ländern wie in Syrien, Ägypten oder dem Libanon in Würde leben könnten. Im Syrienkonflikt unterstützten statt dessen einerseits die westlichen Länder unter Führung der USA die muslimischen Sunniten, andererseits Russland und China die Schiiten. Christen gerieten zwischen die Fronten. Viele versuchten, das Land zu verlassen.

Die meisten Muslime wollen in Frieden leben
Laut Costa bestehen für die Verbreitung der christlichen Botschaft so gute Möglichkeiten wie nie zuvor - vor allen durch humanitäre Hilfe. Costa appellierte an die Vertreter der Baptistenbünde jener europäischen Länder, die Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen, sich um diese Menschen zu kümmern. Costa: „Wie die Christen will die Mehrheit der Muslime in Frieden leben.“ Scharf kritisierte der zum EBF-Leitungsgremium gehörende Baptist die Berichterstattung in den westlichen Medien, die vor allem die Muslime falsch darstelle: „Nicht jeder Muslim ist ein Terrorist.“

Syrer: Baptisten helfen auch Muslimen
Ähnlich äußerte sich der Pastor der Baptistengemeinden in den syrischen Städten Tartour und Safita, Mazen Hamati. Die Gegend westlich von Damaskus sei bisher weithin vom Bürgerkrieg verschont geblieben. Viele Menschen seien dorthin geflohen. 2011 hätten die dort lebenden Baptisten sich um elf Flüchtlingsfamilien gekümmert, heute seien es über 1.600. Sie erhielten Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung. Die meisten seien Muslime. Viele zeigten sich verwundert, dass die Hilfe ausschließlich von Christen geleistet werde und interessierten sich für den christlichen Glauben: „Früher hielten sie die Bibel für unrein, heute lesen sie sie.“

Ägypter: Wir können nur noch beten
Der Pastor der Kairoer Baptistengemeinde, Mounir Malaty, bedauerte, dass Christen zum Ziel vieler gewalttätiger Übergriffe geworden seien. Muslimische Extremisten hätten jüngst 75 Kirchen, 40 Häuser und 90 Läden von Christen abgefackelt. Viele muslimische Nachbarn seien beeindruckt, dass Christen nicht gewalttätig reagieren. Nach wie vor müsse man damit rechnen, dass es vor allem am Freitag, dem islamischen Feiertag, zu Übergriffen komme. Zur EBF gehören 59 Mitgliedsbünde und angeschlossene Werke mit über 600.000 Mitgliedern in Europa und dem Nahen Osten. Als Generalsekretär amtiert der Brite Tony Peck (Bristol).
(idea/27.09.2013)


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