Christliche Themen

Leben ist mehr

Nach dem „Super-Taifun“: Christen helfen mit Gütern und Gebet

Philippinen: Mindestens 10.000 Tote – Hunderttausende sind obdachlos

Manila/Wetzlar (idea) – Nach dem verheerenden „Super-Taifun“ auf den Philippinen haben christliche Hilfs- und Missionswerke zahlreiche Hilfsprojekte gestartet. Der Wirbelsturm „Haiyan“ war mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 380 Kilometern pro Stunde über den Inselstaat gefegt und hat schwerste Schäden hinterlassen. Nach Angaben der Polizei sollen mindestens 10.000 Menschen allein in der Provinz Leyte mit ihrer Hauptstadt Tacloban ums Leben gekommen sein. Hunderttausende wurden obdachlos. Auf der Insel Samar wurden nach einer vorläufigen Bilanz 300 Tote gezählt. Rund 2.000 Menschen werden dort vermisst.

Allianz-Mission: Gebet tut not

Wie die beiden auf den Philippinen tätigen Missionarinnen der Allianz-Mission (Dietzhölztal-Ewersbach/Mittelhessen), Wiebke Schmidt-Holzhüter und Barbara Kitzmüller (Manila), mitteilten, sind Bürger im ganzen Land betroffen: „Wer nicht selber unmittelbar vom Taifun betroffen ist, hat Verwandte, die Hab und Gut oder gar ihr Leben verloren haben“, schreiben die beiden in einem Gebetsaufruf. Die Kommunikationseinrichtungen seien zusammengebrochen, so dass man über keine gesicherten Informationen verfüge. Die Missionarinnen: „Ein Drittel des Landes ist von der Stromversorgung abgeschnitten. Sehr viele Städte und Dörfer sind nur mit Helikoptern erreichbar.“ Von Überlebenden hätten sie gehört, dass sie weder über Trinkwasser noch über Lebensmittel verfügten: „Die Lage ist verzweifelt. Gebet tut not.“ Die Allianz-Mission arbeitet auf den Philippinen mit einer 80 Gemeinden zählenden Partnerkirche zusammen. Man wisse noch nicht, ob auch Gemeindehäuser vom Taifun betroffen seien, sagte Projektleiter Dave Rose. Durch den Kontakt zur Partnerkirche versuche man gegenwärtig herauszufinden, welche Hilfsgüter am dringendsten benötigt werden.

Heilsarmee: Auch seelsorgerlich helfen

Der deutsche Zweig der Heilsarmee prüft, wie stark die Angehörigen dieser Freikirche auf den Philippinen von dem Taifun in Mitleidenschaft gezogen wurden. Sie unterhalte im Land 17 Stützpunkte, darunter einen in der am meisten von dem Sturm betroffenen Stadt Tacloban, so Heilsarmee-Pressesprecher Andreas Quiring (Köln). Er zeigte sich zuversichtlich, dass man kurzfristig mit haupt- und ehrenamtlichen Helfern vor Ort sein könne, um die Opfer mit Lebensmitteln und Decken zu versorgen sowie seelsorgerische Hilfe zu leisten. Die Heilsarmee in Deutschland werde diese Maßnahmen finanziell unterstützen. Der nationale Leiter der Heilsarmee auf den Philippinen, Oberst Wayne Maxwell, teilte mit, dass sie ein Katastrophenteam nach Tacloban entsandt habe. Es soll die Hilfsmaßnahmen vor Ort koordinieren.

Geschenke der Hoffnung: 90 Prozent aller Häuser zerstört

Das evangelikale Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ (Berlin) hat über seinen internationalen Partner Samaritan’s Purse (Geldbeutel des Samariters) ein 18-köpfiges Nothilfeteam entsandt. „Ein Spezialistenteam aus Katastrophenhelfern sowie Wasser- und Ernährungsexperten ist vor Ort eingetroffen, um denen zu helfen, die am dringendsten Unterstützung brauchen“, sagte Geschäftsführer Bernd Gülker. Er rief auch zum Gebet auf: „Unser Ziel ist es, den Menschen auch seelischen Beistand anzubieten.“ Les Tilka, ein Pastor, der auf der Insel Bantayan mit dem Hilfswerk zusammenarbeitet, sprach von einer „völligen Zerstörung“. Die Bewohner hätten dort vor der Katastrophe vom Verkauf von Eiern und getrocknetem Fisch gelebt. Doch alle Hühnerfarmen und Fischräuchereien seien dem Erdboden gleichgemacht worden. 90 Prozent aller Häuser auf der Insel seien zerstört.

humedica: Sechs deutsche Nothelfer vor Ort

Mit einem sechsköpfigen deutschen Team – bestehend aus Ärzten, Krankenpflegern und Nothilfemanagern – ist auch das christliche Hilfswerk „humedica“ (Kaufbeuren) seit dem 9. November in Tacloban. Man habe auf den Philippinen bereits Erfahrungen mit Katastropheneinsätzen, meinte humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß. Allerdings seien die Verwüstungen schlimmer als angenommen. Man werde deshalb weitere Teams in die Philippinen entsenden. Dort arbeite man eng mit einem schwedischen Hilfswerk zusammen, das auch in Tacloban eine Niederlassung habe. Man könne deshalb auf eine funktionsfähige Infrastruktur zurückgreifen.

World Vision schickte 3.000 Zeltplanen und 5.400 Decken

Das christlich-humanitäre Hilfswerk World Vision (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main) will mit einem „massiven Hilfsprogramm“ die Notleidenden unterstützten. „Unser Ziel ist es, 1,2 Millionen Menschen mit dem Nötigsten – Trinkwasser, Lebensmittel und Hygienesets – zu versorgen“, berichtete der Katastrophenexperte Aaron Aspi (Manila). Die Zeit dränge, da die extremen Wetterbedingungen das Entstehen von Krankheiten – vor allem Atemwegsinfektionen – begünstigten. Allein auf den Inselgruppen Visayas und Luzon sind nach World-Vision-Informationen 25 Millionen Menschen von dem „Super-Taifun“ betroffen. Besonders schlimm sei die Lage in der Region Bohol, wo erst Mitte Oktober ein Erdbeben 200 Menschen das Leben kostete. Tausende lebten seitdem in Notunterkünften, die nun durch den Sturm teilweise zerstört seien. Unterdessen hat der deutsche Zweig des Hilfswerks die erste Hilfslieferung mit 3.000 Zeltplanen und 5.400 Decken aus Lagerbeständen auf den Weg gebracht. Die Diakonie Katastrophenhilfe (Berlin) stellte für erste Hilfsmaßnahmen 50.000 Euro bereit.
(idea/11.11.2013)

Auch über unsere Gemeinde kann man helfen

Wir helfen über die Stiftung der Brüdergemeinden. Über die Partnerorganisation New Tribes Mission Philippinen besteht eine Möglichkeit Spenden zielgerichtet einzusetzen. Wir haben Kontakt mit deutschen Missionaren, die mit NTM auf den Philippinen sind, aufgenommen. Soforthilfe geschieht. Weitere Projekte werden folgen. Jeder gespendete Euro kommt im Zielgebiet an.


Zurück zur Übersicht

Brüdergemeinde Krefeld