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Wie das Evangelium die Gesellschaft verändert

Pietisten würdigen den Evangelisten Ulrich Parzany als Hoffnungsträger

Schwäbisch Gmünd (idea) – Die Verkündigung des christlichen Glaubens kann Gesellschaften verändern. Voraussetzung ist, dass sich Menschen von Gott verändern lassen. Das sagte einer der bekanntesten deutschen Evangelisten, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), am 18. Februar in Schwäbisch Gmünd. Dort zeichnete ihn der württembergische Gemeinschaftsverband „Die Apis“ mit dem diesjährigen „Hoffnungsträger-Preis“ aus. Der frühere Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbandes und langjährige Leiter der Evangelisation ProChrist erhielt die Ehrung als Anerkennung für „eine klare evangelistische Christusverkündigung“. In seinen Ansprachen mache der 72 Jahre alte Parzany zugleich deutlich, dass die Verkündigung der christlichen Botschaft mit einem sozialen und diakonischen Einsatz für Benachteiligte verbunden sei, erklärte der Vorsitzende der „Apis“, Pfarrer Steffen Kern (Walddorfhäslach bei Reutlingen). Damit befinde er sich im Einklang mit guter pietistischer Tradition: „Wer den Himmel im Herzen hat, gewinnt eine tiefe Liebe zur Welt.“ Für Pietisten sei klar, dass Gottesliebe und Nächstenliebe, die Hoffnung auf den Himmel und Verantwortung für diese Welt zusammengehören. Auch der ehemalige ProChrist-Geschäftsführer und jetzige Geschäftsführer der Stiftung Christliche Medien (SCM), Frieder Trommer (Holzgerlingen), würdigte Parzanys biblisch begründete, einladende und verbindliche Verkündigung. Dadurch vermittele er die Botschaft des wahren Hoffnungsträgers für die Welt, nämlich Jesus Christus.

Aus der Beziehung zu Gott gegen soziale Missstände
In seiner Dankesrede nannte Parzany mehrere Beispiele für nachhaltiges soziales Wirken von Christen. So kämpften im 18. und 19. Jahrhundert in England Evangelikale unter Leitung des Abgeordneten William Wilberforce (1759-1833) gegen die Sklaverei und arbeiteten später in der Gewerkschaftsbewegung mit. George Williams (1821-1905) gründete 1844 in London den ersten CVJM, um arbeitslosen Jugendlichen ein Zuhause zu geben. Im 20. Jahrhundert wandte sich der ehemalige Berater von US-Präsident Richard Nixon (1913-1994), Charles Colson (1931-2012), nach der Watergate-Affäre im Gefängnis dem christlichen Glauben zu und rief nach seiner Freilassung 1975 die internationale Gefangenen-Hilfsorganisation „Prison Fellowship“ ins Leben. Solche Menschen lebten „aus der Beziehung zu Gott“, sagte Parzany. Wie die ersten Christen hätten sie sich den Denk- und Verhaltensweisen ihrer Umwelt nicht angepasst, sondern aus dem Glauben Konsequenzen für den Alltag gezogen. Damit unterschieden sie sich merklich von der heutigen Situation in Deutschland.

Christliche Gemeinden werden „vom Zeitgeist missioniert“
Viele Kirchenmitglieder träumten zwar davon, gemäß der Bergpredigt „Salz der Erde“ zu sein, aber in ihrem Leben spiele Gott keine Rolle. Auch bildeten christliche Gemeinden oft keine Alternative zur Welt. Aus Sorge, als gefährliche Fundamentalisten, intolerante Diskriminierer oder Missachter von Menschenrechten kritisiert zu werden, verschwiegen ihre Mitglieder die biblischen Maßstäbe weitgehend. Anstatt Gottes Gebote öffentlich zu verkündigen, würden die Gemeinden selbst „vom Zeitgeist missioniert“. Nach Parzanys Ansicht bewahrheitet sich damit, was Jesus Christus voraussah: die Zunahme von Verführung, Verleumdung, Gesetzlosigkeit und Unterdrückung der Schwachen. Dennoch werde breite sich das Evangelium weltweit aus. Neue Gemeinden entstünden etwa im kommunistisch regierten China und in islamischen Ländern. Für Parzany ist das ein Hinweis darauf, „dass das letzte Wort über die Zukunft der Welt nicht die Eskalation des Bösen ist, sondern die Verbreitung von Gottes Wort“.

Preisgeld für sächsisches Evangelisationsteam
Parzany will das Preisgeld von 5.000 Euro dem sächsischen Evangelisationsteam spenden. Es hatte der dortigen evangelischen Kirchenleitung öffentlich widersprochen, als sie Pfarrhäuser in Einzelfällen für homosexuelle Partner öffnete. Der Leiter des Teams, Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau), wurde aus dem kirchlichen Dienst entlassen. Parzany: „Der Mut und das Feuer dieser Evangelisten verdient Anerkennung und Unterstützung.“ Der „Hoffnungsträger-Preis“ wurde 2008 erstmals verliehen. Bisherige Träger sind der ehemalige baden-württembergische Landtagspräsident Erich Schneider (Burgstetten bei Stuttgart), der Gründer und Geschäftsführer des Resozialisierungsprojekts „Prisma“, Tobias Merckle (Leonberg), der CDU-Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger (Ludwigsburg) sowie der aus dem Libanon stammende Pfarrer Hanna Josua mit seiner Frau Heidi (Backnang bei Stuttgart) und der katholische Theologe, Mediziner und Bestsellerautor Manfred Lütz (Köln). Dem Kuratorium des „Hoffnungsträger-Preises“ gehören der aus Württemberg stammende Bischof der lutherischen Kirche in Sibirien, Otto Schaude (Omsk/Reutlingen), die württembergische Landessynodale Beate Keller (Süßen bei Göppingen), der Vorstandssprecher des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland, Pfarrer Hartmut Hühnerbein (Ebersbach bei Göppingen), der Direktor des Christlichen Gästezentrums Schönblick, Martin Scheuermann (Schwäbisch Gmünd), und der Api-Vorsitzende Kern an.
(idea/19.02.2014)


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