Christliche Themen

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Den Glauben an Gott als Richter aufgeben?

Pietistischer Theologe sagt Nein: Jeder muss sich vor Gott verantworten Tübingen (idea) – Christen sprechen gerne vom „lieben(den) Gott“.

Deswegen fordern viele, nicht mehr vom richtenden Gott zu reden, weil dies Angst mache. Soll man deshalb die Rede vom Richtergott aufgeben? Dagegen wendet sich der pietistische Theologe Clemens Hägele, Studienleiter am Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen. In der Zeitschrift „Theologische Orientierung“ der Studieneinrichtung weist er darauf hin, dass von Gott als Richter nicht nur im Alten, sondern auch im Neuen Testament gesprochen werde. So kündige Jesus in Matthäus 25 das Weltgericht an. Der Apostel Paulus spanne seine Lehre von der Rechtfertigung des Gottlosen auf vor dem Horizont des Gerichts: „Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst dir selbst Zorn an auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der einem jeden geben wird nach seinen Werken“ (Römer 2,5 folgende). Hägele zufolge bleibt die allermeiste Schuld innerhalb der Weltgeschichte ungesühnt: „Wie viele KZ-Schergen wurden nie belangt?“ Wer empfehle, nicht mehr an Gott als Richter zu glauben, der lasse das Unrecht ungesühnt: „Er muss annehmen, Gott sei gegenüber dem Unrecht gleichgültig oder ohnmächtig.“ Wenn der Glaube an den richtenden Gott ausfalle, dann übernehme der Mensch dieses Amt – „und das geht schief“. Wer wisse, dass „nur Gott der Richter ist“, der verstehe auch, dass Jesus sage: „Ihr sollt nicht richten.“ Aufgabe der Christen sei es zu vergeben. Nach Hägeles Worten wird jeder einmal vor Gott als seinem Richter stehen – egal, ob er an Jesus glaubt oder nicht. Aber durch den Kreuzestod Jesu habe Gott das Gericht, „das uns treffen sollte, auf seinen Sohn gelegt und für uns getragen“. Das bedeute, „dass wir durch Christus aus dem Gericht gerettet sind und uns kein tödliches Urteil mehr treffen kann“.
(idea/16.04.2014)


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