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Überarbeitete Lutherbibel zum Reformationsjubiläum

Deutsche Bibelgesellschaft: 2013 war ein akzeptables Jahr

Wuppertal (idea) – Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 wird die Deutsche Bibelgesellschaft (Stuttgart) eine überarbeitete Fassung der Lutherbibel von 1984 auf den Markt bringen. Die Ausgabe wird näher am ursprünglichen Luthertext sein als die vor 30 Jahren erschienene Version. Das kündigte der Vorsitzende der Bibelgesellschaft, der frühere bayerische Landesbischof Johannes Friedrich (Bertholdsdorf/Mittelfranken), bei deren Vollversammlung an. Sie findet vom 16. bis 18. Juni in Wuppertal statt. Nach seinen Worten geht es nicht darum, die Bibel an den heutigen Sprachgebrauch anzupassen, sondern neueste exegetische und textkritische Erkenntnisse einzuarbeiten. Der Generalsekretär der Bibelgesellschaft, Christoph Rösel, nannte das Geschäftsjahr 2013 in seinem Bericht „akzeptabel“. Das Ergebnis enthalte aber auch einige Warnsignale: Die Umsätze aus Bibelverkäufen (ohne Apps und E-Books) seien um 1,3 Prozent auf 5,77 Millionen Euro gesunken. Auch die Zuwendungen seien rückläufig. Wie er sagte, ist der Rückgang unter anderem auf den hohen Umsatz im Jahr 2012 anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Deutschen Bibelgesellschaft zurückzuführen. Neben der neuen Lutherausgabe gebe es derzeit zwei Großprojekte. Für die „BasisBibel“ und die „Neue Genfer Übersetzung“ soll in den kommenden Jahren auch das Alte Testament übersetzt werden. Mit der „BasisBibel“ will die Bibelgesellschaft auf die geänderten Lesebedürfnisse reagieren. Sie enthält vor allem kurze Sätze.

Angebote für Menschen mit Sehbehinderungen
Wichtig bleibt laut Rösel die Unterstützung von Sehbehinderten: „Der Bedarf wird nicht geringer.“ Diese fragten zunehmend nach barrierefreien elektronischen Bibelausgaben. Man bekomme zudem viele Anfragen nach Großdruckausgaben für sehschwache Menschen: „Das ist ein bisher vernachlässigtes Gebiet.“ 2013 seien Bibelübersetzungen in der Blindenschrift Braille in Afrika, Asien, Osteuropa sowie in Mittel- und Südamerika finanziell unterstützt und umgesetzt worden. In Deutschland habe die Bibelgesellschaft ihre Webseiten barrierefrei umgestaltet und entsprechende Bibelausgaben entwickelt.

Neues Bibelmuseum in Stuttgart
Neben der Verlagsarbeit nehme die Deutsche Bibelgesellschaft auch weiterhin ihre Aufgaben in der Bibelmission sehr ernst. So sei geplant, gemeinsam mit dem Katholischen Bibelwerk einen „Online-Bibelkurs“ zu entwickeln. Ferner kündigte Rösel an, dass es ab dem Frühjahr 2015 ein Bibelmuseum in der Stuttgarter Innenstadt geben werde. Vorgesehen sei, dass die Württembergische Bibelgesellschaft das Museum betreibe, Führungen anbiete und somit eine „Plattform für das bibelmissionarische Engagement“ darstelle. Nach Rösels Angaben stoßen die kostenlosen Portale der Bibelgesellschaft auf wachsendes Interesse. Allein die Webseite www.die-bibel.de verzeichnete im vergangenen Jahr 1,37 Millionen Zugriffe. Gut angenommen werde auch die „BasisBibel-App“ für iOS und Android.

Arbeit an einer Strategie für die Zukunft
Unter dem Stichwort „DBG 2020“ arbeite die Bibelgesellschaft an einer Strategie für die Zukunft. Sie müsse auf das veränderte Kaufverhalten reagieren. Rösel: „Wer bekommt beispielsweise denn heute noch zur Konfirmation eine Bibel geschenkt?“ Man müsse verstärkt ihre Bedeutung für den Alltag deutlich machen. Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine gemeinnützige kirchliche Stiftung und hat rund 40 Mitarbeiter. Die in Stuttgart publizierten wissenschaftlichen Ausgaben des Alten und Neuen Testaments in hebräischer und griechischer Sprache bilden die Grundlage für Bibelübersetzungen in aller Welt. Die weltweite Verbreitung der Heiligen Schrift unterstützt die Bibelgesellschaft im Rahmen der Weltbibelhilfe.
(idea/17.06.2014)


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