Christliche Themen

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SPD-Politiker: Gebet ist die schärfste Waffe

Schwäbisch Gmünd (idea) – Christen sollten Verantwortung in Politik und Gesellschaft übernehmen.

Schwäbisch Gmünd (idea) – Christen sollten Verantwortung in Politik und Gesellschaft übernehmen. Diese Meinung vertrat der Finanzbürgermeister der Stadt Esslingen und ehemalige Staatssekretär im baden-württembergischen Finanz- und Wirtschaftsministerium, Ingo Rust (SPD), beim Mitarbeiterkongress des württembergischen Gemeinschaftsverbandes „Die Apis“. Unter dem Motto „Jesus bewegt“ berieten rund 300 Haupt- und Ehrenamtliche vom 10. bis 13. März im Christlichen Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd, wie sie ihren missionarischen Auftrag besser umsetzen können. Rust verwies auf das Doppelgebot der Liebe (Gott und den Nächsten lieben, Matthäus 22,37-40): „Diese biblische Forderung ist nur zur Hälfte erfüllt, wenn wir uns nicht der Gesellschaft zuwenden.“ Ihm zufolge dürfen Christen als „Licht der Welt“ nicht unbemerkt bleiben.

An Abgeordnete schreiben
Rust erinnerte ferner an die Aufforderung des Propheten Jesaja, „der Stadt Bestes“ zu suchen: „Da wir nicht wissen, was das Beste ist, müssen wir darum ringen.“ Zuerst sollten sich Christen über gesellschaftliche Entwicklungen informieren. Anschließend müssten sie ihre Positionen klar in der Sache, aber respektvoll im Ton in die öffentliche Diskussion einbringen. Politiker interessierten sich für das, was die Menschen bewege, so die Erfahrung von Rust. Er ermutigte, Politiker anzuschreiben und das Gespräch mit ihnen zu suchen. Mache man dies kontinuierlich, könne ein Vertrauensverhältnis wachsen. Er empfahl weiter, nach der Landtagswahl am 13. März den Abgeordneten mitzuteilen, dass man für sie bete. „Gebet ist die schärfste Waffe, die wir in die politische Diskussion einbringen können“, sagte der Sozialdemokrat. Er regte an, auch für die Politiker vor Gott einzutreten, deren Haltungen man nicht teile. Laut Rust sollten Christen ferner überlegen, selbst in die Politik zu gehen: „Prüfen Sie, ob es dem Plan Gottes für Ihr Leben entspricht und vertrauen Sie auf seine Wegführung.“ Wenn Gott wolle, dass jemand eine Aufgabe übernehme, werde er auch die Gaben dafür schenken. Das habe er selbst häufig erfahren. Als Christ und Politiker müsse man sich aber klar sein, dass man immer als „Exot“ gelte. Es sei auch oft eine Gradwanderung, inwieweit man seinen Glauben öffentlich mache.

Von persönlichen Erfahrungen mit Gott erzählen
Der evangelikale Theologe Gordon MacDonald (Belmont/US-Bundesstaat New Hampshire) rief die Zuhörer auf, Gott um ein „kindgemäßes Herz“ zu bitten. Es gelte, ihm vorbehaltlos zu vertrauen und völlig abhängig von ihm zu leben. Er ermutigte, mehr von persönlichen Erlebnissen mit Gott zu erzählen: „Jüngere Menschen möchten erfahren, welche Geschichte Jesus mit jedem geschrieben hat.“ Er empfahl ferner, verletzende Erfahrungen der Vergangenheit vor Gott auszubreiten und durch Vergebung, Umkehr sowie Dank heilen zu lassen. Nach Ansicht des Vorsitzenden des Gemeinschaftsverbandes, Steffen Kern (Walddorfhäslach bei Reutlingen), gibt es aktuell gute Möglichkeiten zu evangelisieren. Viele Menschen sehnten sich nach persönlichen, ehrlichen und authentischen Berichten. All das könnten Christen ihnen bieten. Gemeinden müssten sich deswegen immer wieder neu fragen, ob sie bereit sind, auf andere Menschen zuzugehen und ihnen zu dienen.


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